© Georg  Müller
Ganderkesee

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Wallheckenschlüssel

Um Wallhecken sicher zu bestimmen habe ich den nachfolgenden Wallheckenbestimmungsschlüssel sowie einen neuen Wallheckenerfassungsbogen der computergerecht gestaltet ist, entwickelt..

 Wallhecke - Ja oder Nein?

 1.Ist die Wallhecke/ der Standort in einer der nachfolgenden Karten verzeichnet:

a. in der Vogteikarte von 1792? b. in einer Karte zur Gemeinheitsteilung zwischen 1800 und 1845? c. in den Original- Handriss- oder Kirchspielkarten zur ersten Landesaufnahme zwischen 1820 bis 1860? d. in der ersten Preußischen Landesaufnahme von 1898/1900 (1:25.000)? e . in den Topographischen Karten ( 1: 25.000) dieses Jahrhunderts? f. in der Deutschen Grundkarte (1: 5000) dieses Jahrhunderts?

2.Ist ein Wall mit oder ohne  Bewuchs vorhanden, gleich welcher Scheitelhöhe und welchen Zustand.

3. Ist ein  deutlich sichtbarer Wall vorhanden, der mit Bäumen oder Sträuchern (auch nur vereinzelt)            bewachsen ist. Er sollte mindestens mit einer der Abbildungen auf der Rückseite des Wallheckenerfassungsbogen  die mit „A- D“ bezeichnet sind, weitmöglichst übereinstimmen (Seite 7).

4. Sind Bruchstücke eines Walles mit oder ohne Bewuchs vorhanden, gibt es einzelne Bäume oder Sträucher, die auf einen ehemaligen Wall schließen.

5.Ist eine langgestreckte, bis zu ca. 4 Meter breite Bodenerhebung (rudimentartig) vorhanden und wenige Zentimeter hoch, mit oder ohne in Reihe stehenden Gehölze (vgl. Abbildung  E. u. F. Seite 7)

6.Sind  die Wurzeln oder Wurzelansätze (Wurzelhälse, siehe Seite 147 ff. Wallheckenbuch) älterer Bäume freigelegt („Stelzwurzeln“ erkennbar), vor allem bei Eiche , Erle, Birke, Hainbuche, selten auch Rotbuche und Kiefer, oder sind noch vereinzelte Büsche, z.B. Schlehe, Weißdorn, Ilex zu sehen, die auch verbissen sein können, ein Wall aber nicht mehr vorhanden?

7.Sind Hecken (ohne  Wall) vorhanden, auch solche, die nur abschnittsweise erhalten sind, bei einem Mindestgehölzalter von 60 Jahren.

8.Sind noch Gebückbaumstämme (vgl. Seite           Wallheckenbuch) zu sehen.

Sollte der in Frage stehende Bereich in einer der unter (1 a-f) genannten Karten verzeichnet sowie eine Frage von ( 2-8) mit „ja“ beantwortet sei, so ist die Wallhecke sicher festgestellt. Das gleiche gilt, wenn zwei Fragen aus dem Komplex (2-8) oder nur die Frage (3) mit „ja“ beantwortet  werden können. Sollte nur eine der Fragen (4-8) zutreffen, ist dieses meist ein sicheres Indiz für eine vorhandene Wallhecke. Sofern eine Wallhecke in den Karten (1a-f) verzeichnet ist , kann aber keine der Fragen (2-8) bejaht werden , so ist dieses ebenfalls ein sicherer Nachweis für eine dort ehemals vorhanden gewesene Wallhecke. Trifft keine Frage zu, so ist eine Wallhecke nicht nachweisbar.

Nach diesem Schlüssel ist auch der ungeübte Mitarbeiter in der Lage, die meisten Wallhecken zu erkennen und einzuordnen. Wer nach diesem Schlüssel arbeitet, wird sehr schnell bemerken, wie vergleichsweise einfach es ist, Wallhecken zu erkennen. Feldbiologische Unsicherheiten lassen sich dennoch nicht ausschließen. Sie sollten im Gespräch mit Kennern dieses Biotoptyps ausgeräumt werden. Das ist besser als falsche Angaben weiterzugeben

© : Georg Müller      E-Mail: info@wallhecke.de
Weiterführende Literatur: "Wallhecken" Georg Müller, 1989 BSH Verlag, / "Wallhecken / Knicks' Georg Müller, Neuerscheinung 2002/3