© Georg   Müller
       Ganderkesee

Hecken / Wallhecken (Knicks/Över) / Flechthecken / Feldmauern (Trockensteinmauern) / Zäune / Pilze / Schlatts / Niederdeutsch
            Hedges / Hedged banks / Woven hedges / Field walls (dry stone walls)/ Fences / Mushrooms / Small waters /  low german

Startseite
Wallhecke
Hecken
Wälle
Feldmauern
Zäune
Pilze
Schlatts
Niederdeutsch
Veröffentlichung
Umweltinfogesetz
Fluthilfe
PDF
Gäste / Kontakt
Links u. Adressen
Zur Person
Haftungsausschluss

Der Inhalt dieser Webseite ist urheberrechtlich geschützt

                                                                                                                                                           Ganderkesee, den 8.7.1989
 
Was ist ein Schlatt

Ein Schlatt Ist ein stehendes natürliches Gewässer (Oberflächengewässer). daß keine bzw. kaum Verbindung mit dem Grundwasser hat und ausschließlich durch Oberflächenwasser gespeist wird, dadurch sehr nährstoffarm soweit nicht eutrophiert) Ist und zeitweilig trocken fallen kann. Schlatts sind fast ausschließlich auf der/dem Geest/rücken vorzufinden. Häufig werden in (historischen) Karten diese Gewässer als Meer, Pohl, Kuhle, Lake, Röthe, Tümpel, Heidetümpel usw. bezeichnet.

Dazu einige Definitionen aus der einschlägigen Literatur:

Kohli schreibt 1824 in ..Handbuch einer historisch=statistisch=geographischen Beschreibung des Herzogthums OldenbuU2 §9 Flüsse, Landseen, Berge, Große Landseen (hier Meere genannt) sind hier nicht vorhanden, aber an kleinen und mittelmäßig großen Landseen fehlt es eben nicht.

 Böse schreibt 1863 in ‑ Das Großherzogthum Oldenburg": Die Gewässer,
1. Seen und Teiche.
...Zum Theil, namentlich auf den hohen Geestflächen, Im Sommer austrocknende Tümpel, tragen sie an ihrem Theil bei, den Steppencharakter unserer Heide auszuprägen. Eine große Menge hat weder Zu- noch Abfluß, die geringe Menge Abfluß.
6.Eine sehr große Menge meist ganz kleiner Lachen und Kuhlen auf dem Rücken zwischen der Hunte und der Delme, zwischen Dötlingen und Delmenhorst.

Im Mittelniederdeutschen Wörterbuch von 1878steht: "slat" (moorige Vertiefung in der Heide etc.) Noch jetzt üblich mit vielen Zusammens, z.B. dat swarte (das schwarze Schlatt), blanke, runde, moor, heid, kivit (Kiebitzschlatt),poggen etc.'6 ( in diesem Wörterbuch wird angegeben, daß in einer Oldenburger Urkunde, v. 1561 u.1565 betreffs Harpstedt dieser Name erstmals erwähnt wurde.)                                                                     .

Rammsauer schreibt 1913:"Stehende Gewässer: Ausdrücke hierfür sind Meer, Pohl Schlatt,Diek, Kuhle, Lake. Einzeln können solche Gewässer Zu‑ und Abfluß von Bächen haben  Viele solcher Gewässer sind heute trocken"...                         .

Stammer schreibt in seiner Untersuchung der Schlatts der Osenberge 1967:"solche Kleinstmoore gab es zahlreich auf den ärmeren Geestböden im oldenburgischen Raum, die vielfach besondere Namen mit den Endungen ‑schlatt,‑ moor,‑ mccr hatten. Ein Schlatt ist im weiteren Sinne auch ein Tümpel In der Heide, der nur teilweise oder gar nicht verlandet ist. Manche Kleinmoore sind eindeutig aus der Verlandung solcher Gewässer hervorgegangen:"
(in der Heide), was verwandt ist mit dem des niederdeutschen Slat = moorige Vertiefung friesischen Slot, Schlot, Graben. Schlatts sind kleine Moore, die in wassergefüllten Windausblasungen entstanden sind. Der Ausdruck Schlatt bezieht sich sowohl auf das Kleinmoor als auch auf das darin befindliche Restgewässer".

 Nach Hellbernd und Möller 1965 ‑Oldenburg ein heimatkundliches Nachschlagewerk": "Schlatts (Kleinmoore) füllen die engere Vertiefungen des Geestbodens aus. Man findet sie in den sehr verschiedensten Stufen der Moorbildung. Die Herkunft der verlandeten Becken kann auf mehrere Vorgänge zurückgeführt werden.                        .
1.Vertiefungen,die im Boden ursprünglich vorhanden sind und wasserundurchlässige Schichten aufweisen, wenn sie nicht bis unter dem Grundwasserspiegel reichen.
2.Vertiefungen,die von schmelzenden Eis am Ende der Eiszeit ausgespült wurden(Toteislöcher, Pingo‑Löcher usw.).                                .
3.Auswehungen,denen eine Verdichtung des Bodens folgte. Ihr Boden kann mit einer Steinsohle bedeckt sein, oder mit feinem Sand. Der Boden wurde verdichtet durch verkleben des feinen Sandes oder durch Ortsteinbildung. Auswehungen können die Folge klimatischer Vorgänge sein oder der Veränderung des Bodens und der Pflanzenwelt durch menschliche, Einwirkung (z.B. verheidung)".

Jagusch beschreibt die Schlatts in seiner Arbeit von 1980 "Die Schlatts bei Ganderkesee" wie folgt : Als Schlatt worden im hiesigen Raum flache Teiche und Tümpel bezeichnet, deren Wassertiefe  im allgemeinen 1,0 m kaum überschreitet. Man findet sie in der Topographischen Karte.....Je nach geologischen Verhältnissen unterliegt der Wasserspiegel dieser Schlatts in Abhängigkeit zu den Niederschlägen gewissen jahreszeitlichen Schwankungen. Es handelt sich hier um den freien Stau‑ oder Grundwasserspiegel, der die tieferen Bodensenken der Geest ausfüllt. Während der trockenen Jahreszeit geht der Wasserstand häufig soweit zurück, daß sich Fischbestände in diese Kleinstgewässern nicht halten können".

In der Veröffentlichung des Niedersächsische Landesamt für Ökologie ‑ Naturschutz ‑ in dem 1994 veröffentlichen .Kartierungsschlüssel für Biotoptypen in Niedersachsen"ist wie folgt nachzulesen:
4.10.1 Naturnahes nährstoffarrmes Kleingewässer natürlicher Entstehung (SON):
Nicht von Menschen angelegte Gewässer wie Hochmoorkolke, Schlatts und Erdfälle.

Erfassung aus CIR- Luftbildern: Kleingewässer erkennbar sofern nicht durch Gehölze überdeckt; Hinweise auf naturnahe Ausprägung aus Ufergestalt und Vorkommen von Wasservegetation; Hinweise auf Entstehung und Trophie oft aus Strukturen und Lage ableitbar; zur sicheren Ansprache jedoch Geländebegehung und z.T; außerdem Auswertung historischer Karten (Alter des Gewässers) erforderlich.

 4.12 Tümpel (ST) Definition: Ephemere, d.h. nur kurzzeitig Wasser führende Kleingewässer; je nach Ausprägung vegetationslos oder von (Wechsel‑) Nässe anzeigender Vegetation bewachsen, jedoch i.d.R. keine Wasserpflanzen(sonst zu 4.10 oder 4.11); treten v.a. im Frühjahr oder bei Sommerhochwässer auf, können aber in trockenen Jahren völligfehlen. Erfassungskriterium ist v.a. die Bedeutung als Lebensraum gefährdeter Tierarten temporärer Klein(st)gewässer.

4.12.1 Waldtümpel (STW): Meist völlig beschattete temporäre Kleingewässer in Senken von feuchten Wäldern oder sonstigen Gehölzbeständen.

4.12.2 Wiesentümpel (STG): Im Grünland oder in vergleichbarer Vegetation gelegene temporäre Kleingewässer, oft mit Flutrasen.

4.12.3.. Ackertümpel (STA): Im Acker gelegene temporäre Kleingewässer (z.B. in Qualmwasserbereichen eingedeichter Flußauen). Zumindest in trockenen Jahren regelmäßig mit beackert.

4.12.5. Sonstiger Tümpel (STZ): Tümpel, die nicht bei den vorstehenden Untertypen einzuordnen sind . Typisierung nach örtlicher Ausprägung  (z.B. Heidetümpel).

Der Direktor des Niedersächsischen Landesamt für Bodenforschung Professor Dr. K.‑D. Meyer schreibt am 15.2.1994 zu meinen Ausführungen über Schlatts: "Ihrer Beschreibung der man generell zustimmen kann, möchte ich hinzufügen, daß in der Quartärgeologie der Terminus "Schlatt" in Nordwestdeutschland für abflußlose Hohlformen verwendet wird, die durch Windausblasungen entstanden sind. Ob diese Erklärung für alle so bezeichneten Formen gilt, ist eine andere Frage, ferner ist für diese Bezeichnung eine ständige oder temporäre Wasser‑ und /oder Torffüllung keine Voraussetzung; insofern weicht hier die wissenschaftliche Terminologie von der landesüblichen etwas ab. Keinen Grund sehe ich, die wassererfüllten Formen nicht als Gewässer im Sinne des Niedersächsischen Wassergesetzes anzusehen. Im Gegenteil, es sind ‑ zusammen mit anderen Kleingewässer ähnlicher Entstehung‑‑ vielerorts die einzigen natürlichen Gewässer, die einen außerordentlich hohen ökologischen Wert haben. Das gilt auch für verlandete oder zeitweise trockenfallende Formen. Nicht wenige derselben sind auch als geologische Naturdenkmale anzusehen. "

Der Ministerialrat im Nieders. Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Lehrbeauftragter an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften Speyer und Kommentator zum Niedersächsischen Naturschutzgesetz Dr. Carl‑August Agena schreibt, zu meinen Ausführungen über Schlatts, am 7.7.1994: .... Der Definition des Betreffes "Schlatt" stimme ich zu jedoch sollte vielleicht die Formulierung "naturnahes stehendes Kleingewässer gewählt werden, um sofort deutlich zu machen, daß die Schlatts auch zu den kraft Gesetzes besonders geschützten Biotopen i. S. des § 28 a Abs. 1 Nr.1 des Niedersächsischen Naturschutzgesetzes gehören.

Im übrigen bin ich ebenso wie Sie der Ansicht, daß es sich bei den Schlatts um "oberirdische Gewässer" i. S. des e 1 Abs.1 Nr.1 Buchst. a) Niedersächsischen Wassergesetz handelt, weil durch vorübergehendes Versiegen in Trockenzeiten oder während eines bestimmten Teiles des Jahres die Gewässereigenschaft nicht verlorengeht (so Haupt/Reffken/Rhode, Kommentar zum Niedersächsischen Wassergesetz, § 1 Randnr. 3). Allerdings ist m. E. erforderlich, daß nicht nur bei ungewöhnlichen Naturereignissen (z. B. nach starker Schneeschmelze, bei allgemeinem Hochwasser, nach Überschwemmungen usw.), sondern zumindest zeitweilig und dann einige Wochen andauernd ein Wasserstand von etwa 10‑ 30 cm vorhanden ist.

Christiane Lehmkuhl schreibt in Ihrer unveröffentlichten Examensarbeit(1.Staatsexamen, Lehramt an Realschulen) " Schlatts in der Drentweder Heide Untersuchungen zu Wasserqualität u. Amphibienvorkommen: Schlatts und Entwicklung von Schlatts“

 Die konkreten Entstehungsformen der Gewässer sind nicht immer eindeutig nachzuvollziehen. Es existieren häufig mehrere, z.T. widersprüchliche Enstehungshypothesen. Die gilt nicht zuletzt für die zahlreichen Schlatts . Da der Begriff "Schlatt" nur im niederdeutschen Sprachraum Verwendung findet, östlich bis zur Weser und somit ein eher umgangssprachlicher geprägter Begriff ist, ist es jedoch mehr als fraglich, ob tatsächlich alle als "Schlatt" .. bezeichneten Stillgewässer durch Ausblasungen entstanden sind. Die geologische Entstehungsform spielte in der umgangssprachlichen Namengebung vor einigen hundert Jahren keine Rolle. Dementsprechend sind ... einige Schlatts vermutlich als eiszeitliche Restseen anzusehen.... während kyrogene Schlatts eindeutig jungpleistozän sind , können äolische Schlatts sowohl direkt nach der letzten Eiszeit, als auch erst vor einigen hundert Jahren, entstanden sein da entscheidender Faktor bei Ausblasungsvorgängen der Zustand der Vegetationsdecke ist.... Die jahreszeitliche Wasserführung ist hingegen eindeutig kein Schlatt Kriterium, da Schlatts sowohl perennierende (ausdauernde) Flachseen sein können, als auch periodische Tümpel, die im Sommer trockenfallen."

Jagguschbeschreibt als einziger, daß Schlatts einen freien Grundwasserspiegel haben können sowie als Teiche. Ein Schlatt ist ein natürliches und kein künstliches Gewässer (Teich . Es hat, wie auch aus der einschlägigen Literatur zu ersehen ist, keine oder nur minimale Verbindung mit dem freien Grundwasserspiegel. Hierzu ist zu ergänzen, Jagusch bezeichnet auch das schon in 05 m Erdschichtentiefe vorhandene Oberflächennahe‑ Wasser als Grundwasser auch wenn in der jeweiligen Erdtiefe eine Sperrschicht vorhanden ist . Während dieses aber meines Wissens kein Grundwasser ist. Sondern, soweit keine ständige Verbindung mit tiefer liegenden und gleichmäßig vorhandenen Grundwasserschichten besteht, Sicker‑ bzw. Stauwasser sind. Erdfälle, Erdtrichter die sehr tief in den Boden reichen und Verbindung mit unter der ersten Bodensperrschicht liegenden Grundwasserschichten haben werden bei uns nicht als Schlatts bezeichnet.

Viele Schlatts haben durch Entwässerung (auch in den Wintermonaten) nur noch einen teilweise wenige Zentimeter tiefen Wasserstand, vom Frühjahr bis zum Spätherbst fallen diese trocken. Einige Schlatts zeigen nur noch im Winter Wasser oder bei Entwässerung usw. sind diese das ganze Jahr trocken bzw. zeigen nur noch in sehr nassen Jahren Wasser an. Dadurch sind Schlatts nur noch durch überprüfen älterer Karten zu finden Ein für sie typischer Bewuchs fehlt oft, da sie häufig in Wirtschaftsflächen (meist Grünland oder auch Ackerland) liegen.

Ca.90% der heutigen, in der Gemeinde Ganderkesee liegenden, Schlatts sind nur noch in einem untypischen stark entwässerten und ausgetorften Zustand vorhanden. Der Wasserstand ist stark schwankend (jahreszeitlich bedingt) meistens fallen die Schlatts vom späten Frühjahr bis zum späten Herbst (Winter) trocken. Dieses gilt vor allem für Schlatts die in irgendeiner Form entwässert werden. Der Wasserstand der Schlatts kann meistens bei vorliegender Entwässerung sofort mit einfachen Mitteln, z.B. Graben ‑ oder Drainageschließung, angehoben werden.

Angesichts der großen Schädigungen bei den Schlatts ca.(90% der heute noch vorhandenen Schlatts sind schwer geschädigt) muß heute, im Zweifel, bei der Definition Schlatt ja oder nein von den älteren Karten ab ca.1750 bis heute ausgegangen werden, auch wenn vor Ort, infolge Bewirtschaftung, Entwässerung, Beackerung, Beweidung usw.,. typischer Bewuchs (z.B. Sphagnum = Torfmose, Juncus = Binsen, Schleuchzeraceae =Blumenbinsengewächse), der für Schlatts typische Bewuchs fehlt.. Ist aber in den Karten ein Schlatt, Pool, Pohl, Röthe, Tümpel, Teich usw. und mit einer z.B. Endung "meer, moor", eingezeichnet, so ist einwandfrei nachgewiesen, daß falls im Gelände noch eine Mulde oder Vertiefung an dieser Stelle zu finden ist, auch wenn diese trocken liegt und nur noch wenige Wochen im Winter Wasser zeigt und seien es auch nur, bei Entwässerung, wenige Zentimeter in der Tiefe, daß es sich hier um ein Schlatt (Gewässer) handelt. Eine Torfbildung braucht nicht mehr vorhanden sein', da viele Schlatts schon vor 100 und mehr Jahren ausgetorft worden sind. Eine Wasserkennlinie ist bei bewirtschafteten Schlatts (Wiesen‑, Weidenutzung) meist nicht mehr erkennbar bzw. vorhanden. Es ist erforderlich, daß nicht nur bei ungewöhnlichen Naturereignissen (z. B. nach starker Schneeschmelze, bei allgemeinem Hochwasser, nach Überschwemmungen usw.), sondern zumindest zeitweilig, jährlich wiederkehrend, (außer bei ungewöhnlicher Trockenheit), dann wenige Wochen andauernd und nur ein einige Zentimeter tiefer Wasserstand vorhanden ist.

Eindeutig ist , daß Schlatts und anderer Kleingewässer ähnlicher Entstehung, auch wenn Sie nur noch wenige Wochen im Jahr Wasser führen , Gewässer im Sinne des Niedersächsischen Wassergesetzes sind. Eine Beseitigung oder Veränderung von Gewässern ist nicht gestattet und strafbar.

Im § 41 des Niedersächsischen Wassergesetzes steht

Dieses Gesetz gilt 1. für folgende Gewässer:

a) das ständig oder zeitweilig in Betten fließende oder stehende oder aus Quellen wild abfließende Wasser (oberirdische Gewässer)."

 Von 172 Schlatts die ich anhand historischer Karten nachkartiert habe sind 65 Stück =38% nicht mehr vorhanden 60 Stück 35 % sind schwergeschädigt und teilweise nur noch für den Fachmann erkennbar, zu 10 Stück = 6 ist keine Aussage möglich gewesen, 17 Stück =l0 % sind als Naturdenkmale ausgewiesen und 20 Stock = 12 % sind einem naturdenkmalswürdigen Zustand (aber bis heute noch nicht von der unteren Wasser‑ bzw. Naturschutzbehörde als Gewässer erfaßt. Die Ursachen, des Schlattrückganges ( 91 Schlatts ausgewertet) sind zu 79 % in der Landwirtschaft zu 5 % in der Bebaung zu 1 % im privaten Bereich, zu 2 % in sonstigen Bereichen suchen. 11 %*waren ohne große erkennbare Schädigungen 73 % (791/6) der landschaftsprägenden Schlatts sind verschwunden bzw. schwer geschädigt, von den restlichen Schlatts (220/o) befinden sich nur 12% in einem annehmbaren Zustand. Diese Zahlen sind erfahrungsgemäß ohne weiteres auf Nordwestdeutschland übertragbar. Angesichts dieser alarmierenden Untersuchungsergebnisse sind sofortige Schutzmaßnahmen unumgänglich. Sollte dieses nicht umgehend geschehen werden nur noch sehr wenige Schlatts in der Landschaft verbleiben. Damit wird nicht nur ein Stück Kulturgeschichte verloren gehen, der Tier und Pflanzenwelt wird ein unersätzlicher Lebensraum genommen. Ist ein Schlatt vollständig verfallt oder entwässert (z.B. die Bodensperrschicht zerstört) und sind diese Maßnahmen nicht mehr reparabel (rückgängig zu machen) so ist dann erst das Schlatt als erloschen zu betrachten und die Landschaft wieder ärmer an lebenden Strukturen geworden..

Schlatts und sonstige stehende Kleinstgewässer werden geschädigt durch:

1.    Verfüllung mit Boden, Bauschutt, oder auch Müll.
2.    Ablagerungen von wildem Müll, Siloplanen, Fahrräder, Autowracks alten landwirtschaftlichen Maschinen usw.
3.    Entwässerung durch Grabenziehung
4.    Entwässerung durch Zerstörung der Bodensperrschicht
5.    Entwässerung durch Einbringen von Brunnen, dadurch Ableitung des Oberflächewassers in das Grundwasser.
6.    Entwässerung durch ständiges Abpumpen des Wassers. 7. Entwässerung durch Einbringen von Drainagen
7.    Durch Grundwasserabsenkungen
8.    Einbringen von Dünger, Gülle usw. dadurch Eutrophierung des Gewässers
9.    Einbringen von Abwässern
10.  Einbringen von Silagesäften
11.  Einbringen von Herbezide und Pestizide
12.  Falsche Baulandplanung (dadurch vollständige Zerstörung der Schlatts).
13.  Völlige Beseitigung (Verfüllen, Einplanieren) der Schlatts für die Erstellung von Bau‑ Weide und Ackerflächen.
14.  Straßenbau
15.  Bodenverfüllung
16.  Schuttverfüllung
17.  Beweidung der Ufer‑ und der Gesamtflächen, dadurch teilweise bzw. gesamten Zerstörung
18.  Vegetation.
19.  Überpflügen; Anpflügen, Tiefpflügen.
20.  Eine zu nahe angelegte ackerliche Nutzung der angrenzenden Flächen an das Schlatt.
21.  Landwirtschaftliche Nutzung als Weide‑ bzw. Ackerfläche.
22.  Ausbaggerung
23.  Nutzung als Feuerlöschteich
24.  Nutzung bzw. Umwandlung als Fischteich

 Überarbeitet 15.10.1992/ 9.2.1994 /. 4.6.1994 / 13.7.1994./. 10.03.1998

© : Georg Müller      E-Mail:www.info@wallhecke.de /  Weiterführende Literatur: "Schlatts" Georg Müller, Neuerscheinung 2005