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Wallhecken und Knicks 

Geschädigt werden Wallhecken durch:

1. Überweidung, infolge Wall- Wurzel- und stammschädigenden Viehtritts und Verbisses durch Weidevieh;

2. Beweidung der unteren Ast- und Blattetage, so daß Hecken bis zu einer Höhe, die vom Vieh gerade noch erreicht werden kann, wie abrasiert aussehen, „Rindzungenhöhe“

3. Zusammenlegung ( Flurbereinigung ) von Weideflächen auch innerhalb desselben Besitzes, dadurch Aufhebung des Zauns und Öffnung verbunden mit einer völligen Überweidung der Wallhecken;

4. Anbringen von Zäunen auf dem Wallheckenfuß, auf der Mitte des Walls oder hinter dem Wall ( nur einseitige Abzäunung );

5. Einschlagen oder Befestigungen von Eisenmaterial wie Stacheldraht ( oft 2-4-reihig) an den Bäumen (Befestigung von Zäunen, Geländern, Hochsitzen, Weidetoren);

6. Absenkung des oberflächennahen Grundwasserstandes und der offenen Gewässer. Damit sind die älteren Wurzelstrukturen von einer notwendigen Wasserzufuhr abgeschnitten und kümmern oder vertrocknen;

7. Überpflügen, Anpflügen und völliges Abpflügen, Tiefpflügen;

8. Abflämmen der Böschungen von altem Gras, vorjährigen Stauden und Holzresten;

9. Abbrennen mittels Reisighaufen-Feuer, Reifen mit Diesel-Altöl, zu nahe liegendes abbrennendes Stoppelfeuer oder Osterfeuer, deren Flammen durch den Wind an die Bäume gedrückt werden;

10. Ausästen der Bäume auf einer oder beiden Seite(n) bis 10 Meter Höhe und höher, dadurch Verkahlung und Freilegung von Deckung und Brutstätten ohne Schutz gegen Witterungseinflüsse (Landkreis Oldenburg: „4m Höhe, höchstens bis Kronenansatz“);

11. Reduzierung des Heckenprofils durch automatische 'Buschhacker'( mit zahlreichen schweren Rissverletzungen ) und Stammschneider (Bodenverdichtung, Reifenspur und Bruchschäden );

12. Radikale Abholzung aller Gehölze;

13. Besprühen der abgeschnittenen Stümpfe mit Pestiziden aller Art ( Vergiftung ), insbesondere mit Herbiziden in Überdosis;

14. Ablagerung von Bäumen, Sträuchern, Ästen, Reisig, Laubhaufen (Überdüngung);

15.Ablagerung von wildem Müll, Siloplanen, ausrangierten landwirtschaftlichen Maschinen, Schutt, Silage- und Heuresten, Sand, Steinen, Erdaushub, Dunghaufen, faulenden Strohgroßballen, Gummireifen, Chemikalien- und Ölresten;

16. Lagerung von Silage- und Rübenmieten auf oder an der Wallhecke;

17. Schaffung von Durchlässen;

18.Abtragung des Wallbodens zur Verfüllung von Schlatts und Tümpeln, Anhebung von Senken oder flurbereinigten Verkoppelungsflächen;

19. Roden und Einplanieren bestimmter Parzellenbereiche mit schweren Maschinen (Planierraupe, Frontlader, Hydraulikbagger );

20.Völlige oder teilweise Beseitigung ( Schleifen ) der Wallhecken über die gesamte Länge für die Erstellung von Baugrundstücken, für Straßen-, Wasser- und anderen Baumaßnahmen;

21. Falsche Bauleitplanung

22. Behördliche Fehlentscheidungen

23. Anpflanzung von Ziergehölzen und sonstigen nichtheimischen Pflanzen;

24. Halbseitige Pflegemaßnahmen ( Auf den Stock setzen).

25. Reithürdeneinbau

Allen aufgezählten Schädigungsfaktoren kann - meist ohne großen Aufwand -wirkungsvoll begegnet werden, in dem auf sie verzichtet wird oder Rückbau- und Dämpfungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Stufen der Walldegradierung

 Um Wälle zu beurteilen ist die nebenstehende Zeichnung hilfreich. In sechs Stufen sind die einzelnen Walldegradierungen dargestellt.

a.)  sehr guter Wall; 
b.) guter Wall, leicht angeweidet; 
c.) mittelmäßiger Wall, angeweidet und leicht überweidet;  
d.) ausreichender Wall, angeweidet und überweidet;   
e.) schlechter Wall, stark überweidet;    
f.) sehr schlechter Wall, völlig überweidet nur noch Erdfragmente erkennbar.

Die linke Seite der Querschnittszeichnung ist immer der Weidefläche zugewandt. Die Maße beziehen sich auf  Wallhecken des Landkreises Oldenburg.

© : Georg Müller      E-Mail: info@wallhecke.de
Weiterführende Literatur: "Wallhecken" Georg Müller, 1989 BSH Verlag, / "Wallhecken / Knicks' Georg Müller, Neuerscheinung 2002/3