© Georg  Müller
     Ganderkesee

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Pflege und Instandhaltung

Der Pflege und Instandhaltung von Wallhecken kommt eine besondere Bedeutung zu. Etwa 80% der Wallhecken in Niedersachsen sind durch starke Eingriffe erheblich in ihrer Substanz gefährdet, ähnlich ist es in Schleswig – Holstein. Während in Niedersachsen eine Pflege zu etwa 90% nicht durchgeführt wird, ist es anders in Schleswig Holstein dort wird zu etwa 90% „gepflegt“. Dass (übermässige) Pflege häufig nicht immer etwas positives darstellt ist unter anderem daran erkennbar, dass iin Schleswig - Holstein einer der häufigsten Schadensursache die “Pflege” ist. Während in Niedersachsen zu etwa 80% die Wallhecken durch Überweidung geschädigt werden, sind die häufigste Schäden an den Knicks in Schleswig – Holstein die „Unsachgemäße Pflege, Schlegeln, Stammabquetschungen, Kahlschläge, ”auf den Stubben setzen” und Abpflügen“. Instandhaltungsarbeiten werden kaum oder ungenügend durchgeführt.

Nachfolgend werden die jeweiligen Pflegeweise und Pflegebegriffe, die unterschiedlich interpretiert werden, beschrieben.

Kahlschlag „Ein Handbreit über dem Boden“, „Auf den Stubben setzen”und “Knicken”

Hier sind zuerst die Begriffe zu klären. Als Kahlschlag wird bezeichnet, wenn auf einer bestimmten oder über der ganzen Länge und Breite einer Wallhecke sämtliche Gehölze zurückgeschnitten werden. Dabei ist es von untergeordnetem Interesse ob die Gehölze einen Handbreit über dem Boden („auf den Stubben gesetzt“) oder 60- 90 cm über dem Boden (“auf den Stock gesetzt“)abgeschnitten werden. Diese Art von radikaler „Kahlschlagpflege“ wurde schon im 18 Jahrhundert als falsch und für die „Tier- und Pflanzenwelt“ als fatal gebrandmarkt.

Das „Auf den Stock setzen“ und „Auf den Stubben setzen“ ist eine nicht unumstrittene aber in Maßen durchgeführt, akzeptable historische Wallheckenpflegeweise, die aber nicht sehr häufig angewandt wurde. Die Zaunwirkung der Wallhecken musste erhalten werden. Leider wird schon der Begriff „Auf den Stock setzen“ häufig fehlinterpretiert. Einige verbinden damit den Rückschnitt sämtlicher Gehölze (Kahlschlag) bis auf „einen Handbreit über den Boden“ oder das Herabschneiden der Gehölze auf etwa Kniehöhe. In Schleswig Holstein vermengt man gar diese Begriffe Daher sind beide Begriffe zu klären:

  1. der Begriff „ Auf dem Stock“ ist ein festes Maß, je nach regionaler Zugehörigkeit von 60 - 90 Zentimeter (Kniehöhe).
  2. der Begriff „ein Handbreit über den Boden“ ist deutlich, das Gehölz wird 5 - 20cm über dem Boden abgeschnitten.
    Ein eindeutigerer Begriff dafür ist „Auf den Stubben setzen“.
  3. der Begriff „Knicken“ bezieht sich ausschließlich auf eine bestimmte Anlage,- oder Pflegeweise, nämlich das Knicken bzw. Beugen von Zweigen dünnen Ästen oder sehr jungen Bäumen. Das Knicken ist nicht das abschneiden von Gehölzen. Nur der Anschnitt der Gehölze mit einem Stammdurchmesser von mehr als 2 cm, um diese dann anschließend zu knicken, gehört traditionell noch zum Begriff „Knicken“

Die Begriffe 1. und 2. beinhalten zunächst nicht, wie mancherorts gemeint, den Schnitt sämtlicher Gehölze von dem Wall („Kahlschlag“) sondern nur das Einzelstammliche Herunterschneiden der Gehölze auf eine bestimmte Höhe.

Genauso falsch wie irreführend ist, wenn insbesondere in Schleswig – Holstein, die Begriffe „Auf den Stock setzen“ oder „auf den Stubben setzen“ als das „Knicken“ ausgegeben werden. Das hier verschiedenen und sehr unterschiedliche Pflegeweise gemeint sind, ist mancherorts völlig unbekannt. Das führte dazu, das diese beiden so unterschiedliche Pflegeweisen in dem § 15 b des Schleswig-Holsteinischen Naturschutzgesetz und dem Knickerlass von 1996 mit einander unzulässig vermengt wurden. Das Knicken als knicken ist in dem Land der Knicks“ offensichtlich, auch nicht mehr von der Bedeutung her, bekannt. Man gibt in Schleswig - Holstein, dass  “radikale Kappen” (Kahlschlag, Schlagwirtschaft) und „auf dem Stubben setzen” der Gehölze als das „Knicken“ aus. Entsprechend werden dadurch die Gehölze sowie Fauna und Flora schwer geschädigt!

§ 15 b. Absatz 2.

„.....den Knick möglichst alle 10 bis 15 Jahre auf den Stock setzen (Knicken), er darf ihn jedoch nicht in kürzeren Abständen als 10 Jahre knicken.“

Fortsetzung folgt!!!!

Siehe auch Instandsetzung

© : Georg Müller E-Mail: info@wallhecke.de
Weiterführende Literatur: "Wallhecken" Georg Müller, 1989 BSH Verlag, / "Wallhecken / Knicks' Georg Müller, Neuerscheinung 2002/