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Stand 10.04.2005
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Zugesagte Gesamtspenden inkl. Sachspenden: rund 55.000 Euro
Eingegangene Geldspenden: rund 53.000 Euro
Ausgaben: rund 45.000 Euro
Zugesagte und verplante Ausgaben rund 10.000 Euro
Guthaben: rund 10.000 Euro
Achtung Vortrag am Dienstag den 19.04.2005 um 19 Uhr 30 im neuen Rathaus in Ganderkesee
1.4.2005 Spendenstopp
Wir sind wieder aus Sri Lanka zurück, in den nächsten Tagen wird ein Bericht und genaue Zahlen auf dieser Seite veröffentlicht. Zunächst einige Zeitungsartikel.
 
Spendenverteiltag am 20.04.2005 in Koggala, im Tempel Bootsvertragsüb ergabe an die Fischer

Bootebezahlung bei der Verwaltung Booteübergabe an die Fischer Spendengeldübergabe durch meine Frau Gisela

Oben: in dem Zeitungsartikel ist das Vortragsdatum falsch wiedergegeben. der Vortrag ist am Dienstag den 19.04.2005-
Rechts: in dem Zeitungsartikel sind die Summen die die Flutopfer erhielten falsch wiedergegeben. Rochtig ist, dass alle Bewohner an dem
Spendentag 1000 - 7000 Sri Lankische Rupien erhielten. Dieses entspricht in etwa einen Arbeitslohn von 2 - 14 wochen in sri Lanka.
Rund 70 besonders betroffene Familien haben zwischen 30.000 - 95.000 Rupien zum Wiederaufbau ihrer Häuser erhalten.
6.03.2005 Achtung: wer jetzt noch unserer Initiative etwas spenden möchte, der sollte dieses bis zum 8.03.2004 getan
haben, denn wir fahren am 12.03.2005 nach Sri Lanka um dort das Geld persönlich an die Flutopfer zu verteilen und deren Verwendung zu kontrollieren. In diesem Jahr ist keine weitere Reise mehr von uns geplant bzw.
möglich!
Flutbild gemalt von WA. Grayantha 11 Jahre alt, Schule Koggala / Habaraduwa
Achtung Fluthilfekurzbericht mit Flutschadensbilder
Ganderkesee, den 3.2.2005
Liebe Spender und Unterstützer!
Herzlichen Dank für Eure Unterstützung, Spende und Hilfe!
Wir sind nur eine Privatinitiative und deshalb nicht in der Lage sämtliche Bewohner von Koggala / Habaraduwa ausfindig
zu machen um Geld zu übergeben. Bitte habt Verständnis dafür! Zudem warne ich ausdrücklich davor, Geld als Hilfeleistung ungeprüft dort hinzuschicken. Z.B. wurde mir der Name eines Beachboys schon mehrmals als
Geldempfänger genannt. Eine andere Person (Beachboy) verschickt zum Beispiel reihenweise Bettelbriefe an Touristen
und bittet um Geld für ein Haus und Grundstück. Allein das Grundstück soll schon 6000 Euro kosten, für Sri Lanka ein
horrender Preis! Weder Ihr noch ich wissen, ob diese Personen wirklich hilfsbedürftig sind oder von wem diese Person
mittlerweile Geld zugesteckt bekommen hat. Nutzt sie vielleicht nur die Lage aus, um gutgläubige und hilfsbereite
Touristen doppelt und dreifach abzuzocken? Diese Fragen müssten alle beantwortet werden um mit gutem Gewissen,
auch im Interesse der Geldgeber, Geld zu geben. Denn wir wollen gerne helfen, aber nur dann, wenn die Person
tatsächlich hilfsbedürftig und von der Flut betroffen ist, oder? Wir wissen, dass die Gutgläubigkeit von Touristen zur Zeit
von einigen schwarzen Schafen ausgenutzt wird, ohne dass die „Hilfesuchende“ sich in einer Notlage befinden! Es muß
zwar nicht ihr Bekannter sein, aber wir wissen es nicht und um das zu überprüfen fehlt uns die Zeit!
Wie angekündigt bin ich vom 19.01.05 bis zum 26.01.2005 in Koggala / Habaraduwa (Sri Lanka) gewesen.
Der Hinflug war sehr strapaziös, dass gleiche betrifft den Rückflug insgesamt war ich rund 36 Stunden unterwegs um an
mein Ziel Koggala zu kommen. Etwa die gleiche Zeit habe ich gebraucht für den Rückweg.
Insgesamt wurden Hilfsgüter von einer Tonne mitgenommen. 40 Kg (Medikamente) waren direkt von unserer Initiative. Der
Rest stammte von einer mit unterstützenden Privatinitiative die im Remscheider Raum Hilfsgüter gesammelt hatte. Für
den Transport der Medikamente brauchten ich nichts zu bezahlen, diese Kosten wurden von den Remscheidern mit übernommen.
Der Abflug gestaltete sich als weniger schwierig als angenommen, außer dass mit einstündiger Verspätung abgeflogen
wurde. Die Maschine war nur zu einem Viertel belegt, dass änderte sich aber ab Kuwait. Denn dort stiegen viele Sri Lankaner zu, so dass die Maschine bis auf den letzten Platz gefüllt war.
In Colombo angekommen verlief das Auschecken problemlos anders sah es mit der Zollausgabe unserer Hilfsgüter aus.
Über drei Stunden dauerte die Herausgabe der Güter, sämtliche Kartons etc. wurden vom Militär und Zoll geöffnet, man
suchte nach versteckten Waffen. Diese Kontrolle verlief höflich, korrekt aber bestimmt. Sämtliche Güter wurden wieder
von den Untersuchenden selbst zurückgepackt und es wurde noch beim Einpacken in die Transporter geholfen. Für diese
Kontrolle hatte ich großes Verständnis, bin ich doch selbst vor Jahren knapp einem Bombenanschlag, der einer Bank in Colombo galt, entkommen.
Auf der Fahrt von Colombo nach Koggala habe ich die zum Teil vollständig verwüsteten Küstenregionen in Augenschein
nehmen können. In Colombo selbst war nichts von der Katastrophe zu sehen. Je mehr man nach Süden kommt des so
schlimmer wird das Elend. Anfangs nur vereinzelte zerstörte Häuser, dann aber ganze Ortschaften wie wegradiert, die
Eisenbahnlinie zerstört, große Straßenschäden usw. Dieses sind Eindrücke die man kaum in Worten ausdrücken kann.
Soviel Leid, Elend, Schmerz, Trauer und Verzweiflung ist für uns Europäer, die davon nicht betroffen sind kaum zu
ertragen. Die Menschen dort sind aber diejenigen die all dieses verkraften müssen! Deshalb kann unserer Hilfe nur ein klein wenig die Not lindern!
Panadura,, Wadduwa, Kalutara, Beruwela und Balapitya sind einige Orte auf dem Weg nach Koggala, mit jedem
Kilometer steigt die Zahl der Toten. In Telwatte sehen wir das erste Mal die vollständige Zerstörung. Hier ist auch der Zug erfasst worden, in dem über 1000 Menschen getötet wurden.
Wir fahren durch das schwer betroffene Hikkaduwa und komme dann durch das schwer zerstörte Galle. 4207 Menschen
wurden alleine dort getötet. Der Busbahnhof, das Stadion, die Fischhallen und Markthallen sowie alle ebenerdigen Räume
der Geschäfte und Läden wurden fast ausnahmslos vollständig zerstört. Die dortigen Flüchtlingslager sollen bis zu 20.000
Menschen beherbergen, die offizielle Zahl liegt bei 9700. Autos, Schiffe, Busse usw. wurden wie Spielzeug von der Flutwelle weit in das Land geschleudert.
Jetzt kommen wir nach Unawatuna, das fast vollständig im Küstenbereich zerstört wurde. Nur die großen und fest gebauten Hotels und Gebäude blieben bestehen.
Endlich erreichen wir Koggala, auch hier sind viele Häuser im Strandbereich einfach weg. Bis zu 2 km ergoß sich die Flut
in das Landesinnere. Der Ort ist kaum wieder erkennbar. Ruinen, wo vorher noch Häuser standen sind meist nur noch die
Bodenplatten der Häuser zu sehen darauf notdürftige Unterkünfte, Zelte, Plastikplanenunterkünfte etc.
Am 3.Tag wird mit der Verteilung der Hilfsgüter begonnen. Die Medikamente bekommt zum Teil ein Arzt (Dr. de Silva) und zum größten Teil das Kreiskrankenhaus in Galle.
Es folgen anschließend Gespräche in Habaraduwa mit dem District Governement Assistent, der dort für die Koordination der Hilfe zuständig ist.
In den Fluren stehen viele Menschen um zu Ihm vorgelassen zu werden. Als „helfender Europäer“ werde ich sofort
vorgelassen (ich hatte den Termin schon vorher abgesprochen). Aber trotzdem, auch ich muß noch 2 Stunden im Büro
warten, denn es sind die Malteser vor mir dagewesen (inkl. Fernsehen) und diese Gespräche müssen erst beendet
werden. In einer Pause spreche ich einen deutschen Malteser an, ob wir denn unsere Hilfe nicht koordinieren können, er
schaut mich recht verständnislos an, ich erkläre ihm was wir machen wollen und obwohl er Deutscher ist spricht er auf
einmal nur noch Englisch. Und sagt nur „später“. Kurze Zeit später habe ich die Gelegenheit eine deutsche Malteserin
noch einmal anzusprechen, sie fragt mich von welcher Organisation ich komme, ich erkläre ihr dass ich eine private
Initiative vertrete. Daraufhin bemerkt sie nur in einem zischenden Ton, das sei ihr Projekt. Danach war die Unterhaltung zu Ende, eine Absprache der Hilfsmaßnahmen war von Seiten der Malteser nicht gewünscht!
District Governement Assistent Mr. Lal Smarakesekere ist jung, ca. 30 Jahre alt und ausgesprochen dynamisch, ein
wahres Organisationstalent. Er versuchte mir sofort sämtliche Daten und Unterlagen zu geben. Von den 13950 Bewohnern sind 247getötet worden und es gibt 90 Schwerverletzte sowie 34 Leichtverletzte.
Er ist über mein Hilfsangebot sehr erfreut, zumal ich ihn frage wo kann unsere Initiative nach seiner Meinung nach helfen.
Bisher hatte er offensichtlich die Erfahrung gemacht, dass er nach seiner Meinung von den großen Hilfsorganisationen
nicht befragt wurde. Innerhalb weniger Minuten erscheinen zuständige Beamte und die Rektorin der Schule. Sie tragen
ihre Wünsche vor, allen konnte ich sofort eine Zusage, nach Erhalt einer Kostenaufstellung machen. Das Schulgelände
kann nun wieder eingezäunt werden damit die Kinder nicht auf die Strasse laufen können. Die Flutwelle hat die Mauer
einfach weggespült. Weiterhin würden einige Schultafeln, Schreibwerkzeug, Sportartikel und Schuhe für die 401 Schulkinder benötigt.
Am 22.01.05 Samstag bin ich schon um 5 Uhr wach, ab 6 Uhr sollen Nahrungsmittelhilfspakete für 350 Personen
zubereitete werden. Ich bin gespannt wie das bewerkstelligt wird. Ab 6 Uhr ist geschäftiges Treiben in der kleinen von der
Flut nicht betroffenen Siedlung. Frauen und Männer kommen jetzt zu Ananda, meinem singalesischen Freund und
Dolmetscher, und fangen an Reissäcke zu öffnen, es wir Gemüse geputzt, Kokusnüsse aufgebrochen und das Fleisch
geraspelt usw. Draußen werden zwei Feuer angezündet jeweils drei Steine als Auflage für die großen Töpfe positioniert und die Töpfe inkl. Inhalt zum kochen daraufgestellt.
Fast zehn Leute sind bis 14:30 Uhr im Einsatz. 65 KG Reis, 10 KG Linsen, 10 KG Soja, 100 Tomaten, 20 KG Kartoffeln,
40 Malumeris (scharfe Schoten) 10 KG Trockenfisch, 20 Kokusnüsse sowie Zwiebeln und Gewürze werden geschält, gehackt und gekocht. Dann werden 350 Reispakete gepackt und eingewickelt.
Zwischendurch fahren ich zu verschiedene Termine. Ab 13 Uhr fahren wir mit den Essenpaketen los. 120 Pakete werden
an Obdachlose Flutopfer in einem Kloster abgegeben. Der Rest wird vom Auto aus an der Straße an Trümmerbeseitigende Menschen (Einheimische) verteilt. Wo wir stehen bleiben kommen sofort die Menschen angelaufen
um Essenspakete zu bekommen. Insgesamt hat unsere Initiative seit dem 27.12.2004 rund 2500 Essenspakete vor Ort verteilt.
Schluss der Aktionen und Besprechungen ist fast täglich erst um 23 Uhr.
Zwischendurch habe ich Zeit, die Zerstörungen vor Ort anzusehen. Ich bin das erste Mal schockiert, fühle mich hilflos im
Anblick so vielen Leid und Verwüstung. Es sieht dort zum Teil so aus, als hätte dort ein Bombenkrieg stattgefunden.
Menschen irren hilflos umher, Frauen stillen Ihre Kinder in den Trümmern, Erwachsene weinen, ich auch!
Aber es gibt auch einen Neuanfang Trümmer werden beseitigt und gesichtet. Alles noch brauchbare Baumaterial wird zusammengetragen um es wieder zu verwenden.
Wieder neue Termine, besonders Hilfsbedürftige werden mir vorgestellt, ich versuche zu helfen. Insgesamt wurden bisher
5344,71€ für Hilfsgüter, darunter z.B. Kleidung, Nahrung, Küchengeräte, Gaskocher, Matrazen, Kopfkissen etc. und ein
Computer inkl. Drucker für die Verwaltung, freigegeben. Zusätzlich habe ich noch Zusagen für den Ankauf von 10 Booten (Katamarane) von rund 3000 Euro gemacht.
Auch 1150 Euro für Schuhe und Socken für die Schulkinder der Schule in Koggala / Habaraduwa hatte ich bezahlt. Dieses
war für mich eine sehr große Enttäuschung, denn dieses Geld musste ich leider zurückfordern.
Was war passiert. Ich wurde von der Schulleiterin und dem Technical Officer der dortigen Verwaltung gefragt ob ich nicht
noch Schuhe für die Schulkinder kaufen könne. Sofort war ich dazu bereit und bezahlte die Schuhe anschließend. Als ich
dann nach der Bezahlung zur Schule mit zweistündiger Verspätung kam um dort noch etwas abzugeben, sah ich beim
herausgehen einen jungen Amerikaner und hörte etwas von Schuhe. Ich sprach ihn an, sein Name war Jeff Schlauder und
fragte ihn, was er mit Schuhe zu tun habe. Er erklärte mir, dass er gerade 400 Paar Schuhe bringe. Daraufhin sagte ich,
dass ich doch gerade die Schuhe erst bezahlt habe, woher er denn so schnell die Schuhe herbekommen habe. Er sah
mich ganz erstaunt an und sagte die Schuhe habe er der Schule schon vor zwei Wochen zugesagt und vor einer Woche
war er noch einmal dort um die Schuhe auszumessen. Nun war uns beiden sofort klar, dass hier eine Doppelbezahlung
vorlag. Sofort wandte ich mich an den Technical Officer und verlangte mein Geld zurück. Erst nach energischen Auftreten
und Fordern willigte er ein. Das Geld bekam ich aber nicht in dem Verwaltungsgebäude zurück, sondern dieses war schon bei ihm zu Hause, wo ich es dann auch wiederbekam.
Für mich stand nun fest, nie wieder einer Sri Lankischen Verwaltung Geld für irgendetwas zu geben!
Bezüglich der Schäden ist mir aufgefallen, dass vor allem Gebiete besonders schlimm betroffen wurden, die in einer Bucht
lagen. Bei den betroffenen Gebäuden ist mir aufgefallen, dass vor allem alte oder / und „marode“ Gebäude sowie
mangelhaft Hergestellte (wenig Zement) vollständig zerstört wurden. Während die neu oder gut gebauten Banken, Hotels
etc. fast alle ohne große Mauerschäden davonkamen. In Kogalla und Unawatuna stehen die großen Touristenhotels noch vollständig.
Um meine Zeit nicht nur mit Berichten zu verbringen, meine Frau und ich sind seit dem 1.1.2005 im Dauerstreß, schließe ich diesen Bericht. Die nachfolgenden Dokumente und Bilder sprechen für sich!
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